Paralympia

Quia Numquam Sic Subtraxerit!

Paralympia, die wohl älteste und traditionsreichste Burschenschaft der Welt, geht aus einer Zeit hervor, in der es noch gar keine Frauen gab. Trotzdem wird sie von der Fachwelt als eine der modernsten Studentenverbindungen überhaupt angesehen. Wie geht das zusammen? Was hat es mit dieser Vereinigung auf sich, was macht sie so besonders und was unterscheidet sie von den vielen anderen, als Studentenverbindungen getarnten rechtsradikalen Karnevalsvereinen?

Die Burschenschaft Paralympia schien einige Jahre lang wie vom Erdboden verschwunden, da sie so geheim war, dass selbst der lympische Burschentag nicht mehr wusste, dass er überhaupt tagte. Zum Glück haben wir von der Partei Die PARTEI die Verbindung wieder entdeckt und zu neuem Leben erweckt, um endgültig mit dem Irrsinn anderer, später dahergekommener Burschenschaften aufzuräumen.

Aber von Anfang an. Vor vielen tausend Jahren, als es noch gar keine Frauen gab, saßen die Männer auf Maulbeerbäumen und aßen Marchfeldspargel. Aus der Notwendigkeit heraus, sich bei der Spargelernte zu organisieren, entstand die erste Burschenschaft. Während „Para“ aus dem Lateinischen kommt und „vor“ bedeutet, stammt das Wort „Lympia“ aus dem Babylonischen und lässt sich mit „Lumpen“ übersetzen.

Der sogenannte „Vorlumpen“ ist also eine antiquierte Bezeichnung für die Vorhaut. Heutzutage wird die Vorhaut verschämt unter Stoff versteckt und in den Medien tabuisiert. In der Antike jedoch, oft aus Faulheit einem Lendenschurz vorgezogen, wurde sie ob ihrer schützenden Umschließung der Eichel verehrt. Ähnlich sieht sich die Burschenschaft Paralympia als Schutzschirm um ihre Mitglieder. Die Vorhaut und das angehängte Glied als solche sind mit allerlei Vorzügen verbunden, wie bessere Gleichbehandlung am Arbeitsplatz und Stehpinkelei.

Jedoch auch das stetige Wissen um die Nachteile dieser haben sich in das kollektive Bewusstsein der Burschenschaft eingebrannt. So kennt jeder Mann auch den schlimmsten vorstellbaren Schmerz: das Einzwicken im Hosenstall. Da die Paralympia, wie jede Burschenschaft, im Kern jedoch ur-masochistisch ist, ist ihre Schärpe der rosarote Reißverschluss.

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Das Bewusstsein über den Vorteil, aber auch um den Nachteil einer solchen Paralympia (Vorhaut), hinterlässt in den Gesichtern so mancher tiefe Narben. Doch der in vielen Burschenschaften zu findende Antisemitismus rührt von einem tiefen Missverständnis her.

Dass Wissen darum, dass einige ihrer Kameraden die Vorteile eines Penis, jedoch nicht den Nachteil einer Vorhaut mit sich trugen, schlug in blanken Hass um. Die Feigheit sich von der Eigenen zu trennen, verstärkte diesen noch.

Die bloße Eifersucht trieb viele dazu, sich kaum mehr um ihre Vorhäute zu kümmern. Sie trugen den Schmerz auf andere Weise weiter.

Die Paralympia hingegen erkannte früh, dass der Schmerz etwas Universelles ist und in jedem Menschen schlummert. Daher gehören ihr traditionell nicht nur weiße Männer sondern auch schwarze Frauen, schwule Busfahrer und ein Eichhörnchen an.

Prae Paralympiae Omnes Homines Aequales Sunt.
Vor der Vorhaut sind alle Menschen gleich.

Wie die anderen Burschenschaften auf die hirnrissige Idee kamen, sich gegenseitig das Gesicht zu verhauen, das wissen wir auch nicht. Auch wenn viele es nicht wahrhaben möchten, waren Burschenschaften in der Geschichte ziemlich schwul.

Natürlich, zu einer Zeit, in denen es auf den Spargelfeldern noch keine Frauen gab, was soll da auch anderes passiert sein? So kam es, dass die Paralympia eine pflichtküssende Burschenschaft ist. Es mag heute einem Burschenschafter vielleicht schwer fallen, sich das Gesicht zerfetzen zu lassen, aber einen anderen Mann zu küssen ist für ihn noch tausendmal schwerer. Schade eigentlich.

Dabei deuten viele historische Belege auf die einstigen homoerotischen Züge der Burschenschaften hin. Junge Burschen in schrillen Outfits, die sich im Keller treffen oder das Burschenschafter-Denkmal in Coburg, auf dem sich drei nackte Männer den Säbel halten, sind nur einige Beispiele dafür.

Wo immer sich privilegierte Eliten zusammenschließen, entstehen Seilschaften, die ihre Mitglieder mit lukrativen Posten und Ämtern versorgen. Bei der Paralympia entstanden diese ganz aus Versehen, ehrlich. Um am Leben zu bleiben, war es notwendig, die Arbeit beim Spargelanbau aufzuteilen. Traditionsbewusst wie sie sind, haben sie das Jobszuschanzen nicht verlernt. Die Paralympia hat mehr Arbeitsstellen vermittelt als das AMS im ganzen letzten Jahr.

Eine Mitgliedschaft lohnt sich!

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